siebenjahreeinsamkeit

(ein)sichten aus der schwulen diaspora

Month: August, 2013

ob ich…

… jemals begehrt werden werde? oder gar geliebt?

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wie es sein kann

manchmal denke, ich bin ein bisschen aus der zeit gefallen. ich mag dinge, die heute offenbar antiquiert erscheinen. mir ist dio lieber als madonna oder gar electro oder minimal. iron maiden fetzt, auch metallica kann ich viel abgewinnen. ich finde bücher spannend und mit jemandem über das gelesene zu reden auch. spazierengehen macht mir freude, am liebsten zu zweit. ich finde tee trinken aufregend und sich gemeinsam daran zu machen, die welt zu verstehen. wenigstens ein bisschen. tanzen ist schön, wenn die musik gut ist (s.o.). den meisten schwulenparties hingegen kann ich kaum etwas abgewinnen. zu laut, zu viele leute, zu wenig inhalt.
tunten und spinner sind mir allemal lieber als straight-actende typen, die meinen, weil sie einen mehr oder weniger gelungenen vollbart tragen, merke man nicht, dass sie schwul sind. by the way: ich hab bis heute nicht verstanden, was “heterolike” genau bedeutet und was es als konzept soll – internalisierte ablehnung des eigenen sexuellen begehrens? angst vor den eigenen wünschen? whatever

ich meine das gar nicht elitär. es ist eher eine bestandsaufnahme. und aus dieser heraus entspringen (konsequenterweise) auch meine vorstellung von dem menschen, mit dem ich gern ein stück weg gemeinsam gehen würde. ich würde mich da nie auf etwas festlegen, was die dauer angeht. ein stück weg kann zwei stunden oder 30 jahre dauern. und so gern ich sex mit anderen männern habe, so wichtig ist mir auch, dass es auch eine verständigung auf anderen ebenen gibt. natürlich, das optimum wäre, wenn diese verständigung emotional und intellektuell gleichermaßen passt. aber optima sind nicht immer so einfach herzustellen.

und vielleicht ist das genau der grund, warum ich auch auf den bekannten onlineportalen immer wieder scheitere. “fuckability” steht nicht auf dem ersten platz meiner wünsche und üblicherweise auch nicht die vorstellung, “diskreten” aber natürlich “total geilen tabulosen” sex zu haben. ich glaube auch, dass es so einfach nicht ist. meine these ist immer noch, dass es bei gayromeo und co nicht primär ums finden sondern ums ablehnen geht. die klassische profil-“sprache” spricht in meinen augen für diese these.

das wäre alles wenig problematisch, wenn es genügend andere treffpunkte geben würde, an denen man (resp. ich) andere schwule männer kennenlernen kann. dass der rückzug in die virtuelle welt auch ein prozess ist, mit dem schwulsein im öffentlichen raum unsichtbarer wird, ist zwar vermutlich nicht intendiert. problematisch finde ich es allemal. politisch genauso wie persönlich.

in diesem sinne wünsche ich mir: raus auf die straßen mit uns.