warum es ist, wie es ist

ich habe lange nichts geschrieben, schlicht deshalb, weil es irgendwann nichts mehr neues zu schreiben gab. gibt es jetzt eigentlich auch nicht – ich bin immer noch single, habe immer noch keinen menschen gefunden, der sich wenigstens ein bisschen für mich interessiert oder mich, oho, womöglich anfassen will.

in den homo-netzwerken fühle ich mich immer unwohler. ich kriege, wenn überhaupt wer schreibt, bilder von schwänzen und/oder direkte fragen nach meinen sexuellen vorlieben oder links zu pornos, die dann bitte bei einem date genau so nachgespielt werden sollen. bestimmt ein interessantes konzept, aber ich finde, wenn man nicht einmal “guten tag” oder “hallo” sagen kann, kanns mit dem rest auch nicht so weit her sein.

in meinem freundeskreis sind alle mit irgendjemand zusammen, ich kriege wunderbare sexuelle erlebnisse, romantische abende und wärme, liebe und zuneigung berichtet. mit mir will das alles keiner. was ich letztlich verstehen kann. ich bin nicht passgenau genormt, mein BMI liegt über den in schwulen kreisen erlaubten 22 und ich finde bücher und reden spannender als computerspiele und pornos.

ich könnte mich jetzt natürlich über die schlimme schwule welt weiter ärgern. aber ich glaube, ich sollte das lassen. offensichtlich hat nicht jeder mensch das glück, geliebt zu werden und zu lieben. oder gar jemanden zu treffen, der konzepte wie gemeinsamkeit, zukunft etc. wichtig findet. vermutlich gibt es diese ganze problemstellung genauso in heterosexuell, vielleicht ein bisschen anders gelagert, aber letztlich kommt es auf das gleiche heraus.

nun sind verschiedene optionen denkbar: ich bin ende dreißig und habe so in etwa noch 35 jahre leben vor mir, wenn die statistik stimmt. ich könnte versuchen, mir einzureden, dass liebe, nähe und sex einfach überflüssig sind und ich das alles nicht brauche und nie mehr brauchen werde. das ist allerdings schwierig und gelogen wäre es auch.
ich könnte anfangen, einmal im monat einen stricher zu kaufen, dann wäre das mit dem sex zumindest ein bisschen abgefedert. aber ich glaube, das wäre noch schlimmer. das gefühl, da zu sein, dass ich für sex mit mir jemanden bezahlen muss… nein, das geht auch nicht.

ich könnte noch mehr in irgendwelchen schwulen kontexten unterwegs sein (die hier leider extrem rar sind, obwohl ich in einer sehr großen stadt lebe), die erfahrung bisher zeigt aber, dass das auch nicht so wahnsinnig viel bringt.

was bleibt also? vielleicht muss ich lernen, mit der einsamkeit und dem ungeliebt-sein umzugehen. einen anderen weg sehe ich nicht. auch, wenn ich das sehr bedauern würde