nightmare before christmas

vor weihnachten ist es immer besonders schlimm. weihnachten ist ja quasi die zeit, in der alle ihre freund*innen und familien und so weiter wiedersehen und sich daran freuen. hast du weder einen partner noch eine eigene familie, bist du aufgeschmissen. die engen freunde geben mehr oder weniger deutlich zu verstehen, dass sie keine zeit haben. ist ja so viel anderes los. so viele leute. ereignisse. anlässe.

ich denke dann, dass ich das verstehen kann. wer will schon zeit mit einem verbringen, für den weihnachten ein fest voller angst und stress ist? der womöglich darüber reden will? einsamkeit stinkt. das war schon immer so und diese erfahrung mache ich jetzt auch wieder. besser nicht mehr nachfragen.

vor ein paar tagen habe ich geträumt, ich wäre schön. ein sportler. einer, an dem keine überschüssigen fettabteilungen am körper sind. der attratkiv und begehrenswert ist und begehrt wird. der von jemandem geliebt wird. der körperlichkeit und sexualität ausleben kann, weil er nicht permanent abgelehnt, zurückgewiesen oder missachtet wird. es hat sich schön angefühlt. so befreit. als ich aufgewacht bin, habe ich noch drei sekunden gedacht, es wäre wahr. danach musste ich realisieren, dass ich immer noch der bin, der ich immer bin: zu fett, unattraktiv, ungeliebt, unbeschlafen. mein körper wird keine nennenswerten veränderungen mehr durchstehen. es ist vermutlich einfach vorbei mit der realisierung des wunsches danach, mit jemand zusammenzusein. denn: auf alles andere an mir scheint sich erst recht niemand einlassen zu wollen. so weit geht es ja nicht.

ich erwarte keine fulminanten interessensbekundungen. ein bisschen klar sagen muss man mir schon, dass man mich interessant findet, ich kann das inzwischen nicht mehr so recht glauben. und nein, ich kann es auch nicht “aus mir” herstellen. körperliche geborgenheit kann man nicht alleine machen. ich kann das an vielen anderen punkten. also das, was ich brauche, herstellen und mich mit dem versorgen, was mir wichtig ist. ich kann alleine leben, ich mache das schon so lange. ich kann auf mich aufpassen. aber das, was dir eine ehrliche umarmung, eine stunde kuscheln oder so geben kann, das kannst du nicht selber produzieren. und wenn du so bist, dass das keiner will, dann wird es eng. und ich weiß, wovon ich rede. und dann geht es eben auch nicht, einfach körperliches selbstvertrauen zu haben. wenn die spiegelung immer ist “du bist vielleicht nett, aber leider… naja, ich stehe halt auf andere typen” oder auch “nimm halt 30 kilo ab, dann sehen wir weiter” – wie soll das positiv wirksam sein?

weihnachten wird wieder ein einsames fest werden. nicht, dass ich das nicht kennen würde. ich wünsche mir sehr, mir mit jemand eine gemeinsame weihnachtstradition auszudenken. ein ritual zu erfinden für diese zeit. etwas zu entwickeln, das durch die zeit trägt, erinnerungen aufbewahrt. aber für einen alleine – das lohnt nicht. warum sollte mir daran gelegen sein, auch noch permanent an mein eigenes versagen erinnert zu werden?

einen schönen dritten advent übrigens. irgendwie werde ich auch den überstehen

 

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