du bist eben doch allein

by truebenjamin

ich treffe einige freund*innen. es ist ein schönes treffen. wir unterhalten uns gut und es ist entspannt und fröhlich. irgendwann kommt das gespräch auf beziehungen. alle außer mir leben in einer. ich fühle mich komisch. kann wieder einmal nichts beitragen. höre natürlich zu, bin parteiisch erschüttert oder erfreut. aber einer bestimmten uhrzeit merkbare aufbruchstimmung. ich frage, warum – alle sind noch mit den liebsten verabredet. zum filmschauen. außer mir. ich habe keinen liebsten.

vor ein paar tagen beim sport. ein pärchen ist zusammen da. sie sind emotional  beieinander. unterstützen sich. besprechen wichtiges. trainieren zusammen. freuen sich offensichtlich über die gemeinsame zeit. feuern sich an. wertschätzen sich füreinander. ich merke, dass ich kurz vorm weinen bin. welch ein glück muss das sein, wenn einen ein mensch liebt?

14 jahre sind eine lange zeit. und anstatt dass ich mit einem liebsten gemeinsam etwas schönes mache, sitze ich alleine rum, unterwegs von hier nach da. einige sagen, dass ich das ausstrahle. die einsamkeit. dass das leute abschreckt. wirklich – also wieder alles nur meine schuld? da draußen wartet ein ganzes heer von leuten, die sich für mich interessieren und ich müsste nur ein bisschen an meiner inneren einstellung arbeiten und dann würde es klappen? andere sagen, ich müsse eben lernen, die dinge, die ich gern zu zweit tun würde, alleine zu tun und schön zu finden. kann man sich alleine körperliche nähe geben? wärme, geborgenheit? kann man alleine schöne gemeinsame momente erleben, solche, an die man sich gern wieder erinnert? kann man alleine nicht alleine sein? ich halte das für wenig realistisch.

letztlich scheint es sowieso wenig bedeutung zu haben. ich schreibe meine trauer in ein textfeld. wer sonst sollte sich das noch anhören wollen?

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