csd. oder wo einsamkeit richtig weh tut

by truebenjamin

bald ist wieder csd. ich gehe hin, natürlich, bin sogar irgendwie involviert. helfe mit. sage laut, dass es weiter gehen muss mit emanzipation, gleichberechtigung und akzeptanz. wie jedes jahr, nunmehr seit 17 jahren an unterschiedlichen orten.

einen csd habe ich mit damals mit meinem freund zusammen erlebt. kurz vor der trennung. den im jahr danach mit dem zweiten verlobten, aber trotzdem allein, weil der leider nicht viel davon hielt, selber für sich und seine rechte einzustehen. wir trennten uns dann auch. seitdem bin ich allein. ab und zu sexdates (in der letzten zeit kaum noch – über 40 und mit bauch, da hat man kaum chancen. oder ich bin grundlegend verkorkst, das kann auch sein).

und jedes mal fühle ich mich beim csd schrecklich allein. ich wäre gern mit jemandem zusammen, der das mit mir teilt. ich finde die demonstration unglaublich wichtig, deshalb halte ich das vermutlich auch jedes jahr aus, da alleine hin- und wieder wegzugehen. ich weiß, dass ich optisch mit den meisten männern* dort nicht mithalten kann. ich bin nicht klassisch gutaussehend, nicht ansprechend, nicht dem-entsprechend. sondern in der tat habe ich einen körper, der trotz des vielen sports und der versuche einer entsprechenden ernährung immer unförmig aussieht. und das scheint das zu sein, was zählt. oder ich verstehe nicht, was zählt. freundlich und offen zu sein, engagiert und politisch, intelligent und zugewandt –  das scheint es nicht zu sein. und letztlich werde ich morgen wieder allein sein unter dem regenbogen und alleine von dort wieder weggehen. und dass es seit 14 jahren so geht, macht mir angst. ich weiß nicht, wie lange ich diese einsamkeit noch aushalten kann.

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