siebenjahreeinsamkeit

(ein)sichten aus der schwulen diaspora

zusammenfassung…

… des 48h-versuches, auf gayromeo, grindr und scruff eine sexuelle begegnung zu initiieren. ergebnis: ich wurde gar nicht aktiv angeschrieben. ich habe sehr viele leute angeschrieben, altersmäßig, körpermäßig etc. sehr gemischt. ich hatte wirklich einfach lust auf ein nettes sexdate. ca. 10% der leute, die ich angeschrieben habe, reagierten. ich wurde mehrfach angepöbelt – ich sei fett und widerlich. zwei typen hatten mehr interesse, haben sich dann aber nicht mehr gemeldet. als ich nachfragte hat der eine nicht mehr reagiert, der andere meinte, er habe “was besseres” gefunden.

aber natürlich: es liegt alles nur an mir. an meiner ausstrahlung. dass ich negativ über mich selber denke. was ja überhaupt keinen anlasse hat – mich wollen ja eigentlich alle, ich bin nur zu dumm, das richtig anzustellen. oder was auch immer.

Advertisements

es gibt…

… so viele attraktive, lustige, spannende, schöne, begehrenswerte typen. kein wunder, dass sich keiner für mich interessiert. (und ja, ich weiß, ich habe sowieso kein recht darauf, dass mich jemand liebt. ich hab das inzwischen verstanden)

ich möchte

nicht mehr alleine sein. ich möchte zu zweit sein. zu mehreren sein. verbunden, aufgehoben, geliebt und geborgen sein. warum will das nur nie jemand mit mir sein? was ist so schrecklich an mir? was ist so falsch an mir? was wiegt das schöne und gute an mir offensichtlich so ungemein ins negative auf, dass keiner interesse an mir hat? und welchen sinn hat es dann überhaupt noch?

du bist eben doch allein

ich treffe einige freund*innen. es ist ein schönes treffen. wir unterhalten uns gut und es ist entspannt und fröhlich. irgendwann kommt das gespräch auf beziehungen. alle außer mir leben in einer. ich fühle mich komisch. kann wieder einmal nichts beitragen. höre natürlich zu, bin parteiisch erschüttert oder erfreut. aber einer bestimmten uhrzeit merkbare aufbruchstimmung. ich frage, warum – alle sind noch mit den liebsten verabredet. zum filmschauen. außer mir. ich habe keinen liebsten.

vor ein paar tagen beim sport. ein pärchen ist zusammen da. sie sind emotional  beieinander. unterstützen sich. besprechen wichtiges. trainieren zusammen. freuen sich offensichtlich über die gemeinsame zeit. feuern sich an. wertschätzen sich füreinander. ich merke, dass ich kurz vorm weinen bin. welch ein glück muss das sein, wenn einen ein mensch liebt?

14 jahre sind eine lange zeit. und anstatt dass ich mit einem liebsten gemeinsam etwas schönes mache, sitze ich alleine rum, unterwegs von hier nach da. einige sagen, dass ich das ausstrahle. die einsamkeit. dass das leute abschreckt. wirklich – also wieder alles nur meine schuld? da draußen wartet ein ganzes heer von leuten, die sich für mich interessieren und ich müsste nur ein bisschen an meiner inneren einstellung arbeiten und dann würde es klappen? andere sagen, ich müsse eben lernen, die dinge, die ich gern zu zweit tun würde, alleine zu tun und schön zu finden. kann man sich alleine körperliche nähe geben? wärme, geborgenheit? kann man alleine schöne gemeinsame momente erleben, solche, an die man sich gern wieder erinnert? kann man alleine nicht alleine sein? ich halte das für wenig realistisch.

letztlich scheint es sowieso wenig bedeutung zu haben. ich schreibe meine trauer in ein textfeld. wer sonst sollte sich das noch anhören wollen?

nur geträumt

vor ein paar nächten träumte ich. es waren zwei situationen, beide handelten davon, dass ich mit einem anderen mann (es war beide male der gleiche) zusammen unterwegs war und er mir – ganz körperlich – halt gegeben hat. diese situationen waren so voller glück, so unabdingbar, unhintergehbar, nahezu “pur”, dass ich sie nicht in worten beschreiben kann. dieses gefühl, körperlich aufgefangen zu sein, ließ mich nahezu taumeln und ich habe dabei geweint, als ich aus dem traum erwachte.

nun ist es keine frage, das zu verstehen. ich erlebe das überhaupt nicht in meinem leben, dass jemand mir körperlich – nicht zwingend sexuell – auf diese art nahe ist. es gibt keine menschen, die mich halten oder von mir gehalten sein wollen, zumindest keine, die ich in irgendeiner form verlässlich oft sehe. je länger ich mich mit mir und meinen bedürfnissen, meiner biografie und meinem leben auseinandersetze, desto klarer wird mir, dass das ein sehr altes thema in meinem leben ist. meinen körper als etwas zu begreifen, das auch einen positiven aspekt beinhaltet, ist für mich ausnehmend schwierig. ich bin mit meinem körper nicht besonders gut befreundet, es ist eher eine art zweckbündnis. wenn ich ihm einigermaßen verlässlich gebe, was er braucht, habe ich selten schmerzen. sport ist ein kompromiss, schöner werde ich dadurch irgendwie nicht, aber zumindest fühle ich mich an manchen tagen gerade und irgendwie okay.

ich habe dann dieses gefühl aus dem traum in beziehung zu dem gesetzt, was ich bei gayromeo und grindr undsoweiter erlebe. dort sind die gespräche ja überwiegend verletzend, abwertend, beschämend. selbst die, bei denen sexuelle kontakte möglich scheinen, laufen meistens abschätzend, prüfend und lauernd. so etwas wie sich auseinanderzusetzen, sich kennenzulernen, etwas gemeinsames zu entwickeln, selbst wenn es flüchtig ist, gelingt kaum. nur nicht zu viel reden, ja keine forderungen haben, nicht kompliziert erscheinen. immer zu allem bereit. fotos aus allen winkeln, insbesondere des genitalbereiches, sind voraussetzung.

nun kann man das relativ einfach damit erklären, dass schwule männer eben auch opfer gesellschaftlicher verhältnisse sind, die sie unterdrücken und beschämen und dass das natürlich auf jeden einzelnen menschen einwirkt. die erfahrung, in einer gesellschaft zu leben, die einem feindlich gegenübersteht, führt meistens eher nicht zu einer auseinandersetzung oder zu solidarität sondern zu selbst- und dann fremdabwertung. und die kann man eben besonders gut an gleichsam ebenfalls “schwachen” anderen ausleben – andere schwule männer eignen sich besonders gut. offensichtlich. das ist schade, denn in dieser situation liegt auch ein potential der entwicklung. und zwar eins, das vor allem einer gemeinsamen bearbeitung zugänglich wäre. sich klar zu werden, dass man gemeinsam die gleichen strukturellen herrschaftsformen erleiden muss und dass es kaum möglich ist, denen als einzelner was entgegenzusetzen, erfordert kommunikation, bewusstsein und offenheit. vermutlich auch verletzlichkeit. und ich glaube, genau die könnte dann auch zu wirklichen begegnungen führen. fraglich ist, wo man räume dafür schaffen kann. gayromeo und co sind es auf keinen fall.

vom öffentlich sein

heute fand ich in meiner facebooktimeline die nachricht, dass jim parsons seinen langjährigen lebensgefährten geheiratet habe. ebenso tauchen dort immer wieder unterschiedliche andere nachrichten dieser art auf: von tom dayley, der sich outete, von anderen promis, die homosexuell leben, den schritt in die öffentlichkeit gehen und/oder ihre beziehungspartner*innen heiraten oder so etwas in der art.

an sich sind das schöne geschichten. wichtige geschichten. dass schwul- oder lesbischsein zunehmend auch etwas ist, das im gesellschaftlichen raum und mit partnerschaften verbunden gedacht und wahrgenommen wird. also politisch bin ich erfreut. persönlich trifft es mich jedes mal: mich hat beim comingout kein partner unterstützt, weil ich keinen hatte. auch später nicht. und auch heute nicht. ich kann auch nicht sagen, dass es einen menschen gibt, bei dem ich das gefühl habe, angekommen zu sein. mit dem ich jahrestage feiern kann. gemeinsame ereignisse. mit dem ich so viel zeit und nähe verbringe, mit dem es gegenseitige unterstützung gibt, einfach, weil es so ist. der interesse an meinem leben hat. daran, wie es mir geht. was ich mache. was gerade schön in meinem leben ist und was schwierig. der interesse an meinen entscheidungen hat. und der seine mit mir bespricht. der sich auseinandersetzt mit mir. der mit mir streitet und dann nicht einfach weg ist. sondern wiederkommt.

ich werde gar nicht wahrgenommen als jemand, mit dem zeit verbringen möchte. außer, es geht darum, etwas zu bearbeiten. zu besprechen. ein problem zu lösen. aber dass mich jemand als interessant, attraktiv resp. begehrenswert und liebenswert verstanden, wahrgenommen oder gar (!) bezeichnet hat – das ist viele viele jahre her.

wozu

bin ich überhaupt (noch) da?

guten tag einsamkeit

einsamkeit ist ein schwieriges gefühl. es ist schambesetzt, voller peinlichkeit, etwas, das man eigentlich nicht haben, nicht fühlen soll. es verweist in seiner gänze darauf, scheinbar sozial nicht ausreichend eingebunden zu sein. einsamkeit ist ein isolierendes gefühl, ein emotionales perpetuum mobile, eine spirale, etwas, das sich immer wieder verstärkt, verdichtet, sich wie eine wand vor mich stellt. gerade in so einer zeit wie jetzt, die von erheblichen umbrüchen gekennzeichnet ist, wird deutlich, wie sehr es keinen ort in meinem leben gibt, an dem ich mich zugehörig fühle, kaum einen menschen, bei dem ich mich aufgehoben und im positiven sinne integriert wahrnehme. ich bin, eine quintessenz von 41 jahren, einmal mehr auf mich gestellt. darauf, dass ich jede entscheidung eben alleine treffen muss.

vor ein paar tagen hatte ich ein date mit einem sicherlich netten typen, vielleicht hieß er maik oder mario, in dessen gegenwart ich mich unendlich einsam gefühlt habe. wir hatten uns nichts viel zu sagen, der sex war belanglos und nicht besonders gut, ein ritualisiertes abarbeiten von bedürfnissen, ich hätte weinen können, so durchtränkt war diese ganze situation von der unmöglichkeit, wenigstens einen kurzen moment von gemeinsamkeit, verbundenheit oder zusammensein herzustellen. es blieb, zumindest für mich, eine situation, in der ich gänzlich unverbunden sexuelle handlungen mit einer anderen person vornahm, die aber komplett bedeutungslos blieben, weil sie ohne jedes gefühl von gegenseitigem interesse abliefen. hinterher flüchtete ich, voller scham und abwehr.

ich ging in die muckibude, um ein wenig ablenkung zu bekommen und war auch dort einsam zwischen all den menschen, die voller energie versuchten, ihren körper noch besser, noch glatter, fester, optimaler und definierter zu machen. ich bin sehr anfällig für diese situationen, in denen ich mich selber nicht wertschätzen kann. mir wurde klar, dass meine zeit vorbei ist. ich hatte zwar nie einen besonders schönen körper aber die erkenntnis, dass ich vor allem niemals schön, attraktiv und begehrenswert sein würde, überrollte mich förmlich zwischen butterfly-maschine und kabelzug. mein körper hat nicht die jugendliche form gehabt, das geforderte aussehen, das in den schwulen kontexten so wichtig ist. er ist im unteren unterdurchschnitt, faltig und speckig, mit narben und hautrissen. er strahlt keine virilität aus, das scheint mir generell nicht gegeben zu sein, sondern wirkt, trotz meiner unablässigen bemühungen, ihn straff und geformt zu halten, scheinbar auf die meisten menschen uninteressant oder abstoßend. das ist tatsächlich ein problem, weil ich natürlich auch körperliche und emotionale bedürfnisse haben, die an andere menschen gekoppelt sind. scheinbar sind aber bestimmte körperformen mehr oder unabdingbar, um überhaupt noch bei diesem zirkus mitspielen zu können. und natürlich hatte maikmario in irgendeiner form interesse an mir, aber es wirkte nicht so, dass sein interesse mir galt sondern vielmehr dem befriedigen des sexuellen. ich finde das legitim, es macht nur die sache nicht einfacher oder besser.

und damit bleibt die frage, ob dann mit anfang 40 alles vorbei ist. ob es nicht mehr möglich ist, jemanden kennenzulernen, der mehr interesse an mir entwickelt als eine unterbrechung seiner eigenen einsamkeit, einen neuen schwanz, eine andere performance. egal woran es liegt, die einsamkeit ist an manchen tagen so schmerzhaft, dass ich nicht denken kann, weil sie mich verspannt, meinen kopf in eine schraubzwinge nimmt, mich lähmt. wenn mich vor 10 oder 20 jahren jemand gefragt hätte, wie ich mir mein leben vorstelle, dann wäre ich niemals auf die idee gekommen, dass ich das, was heute ist, als ergebnis präsentieren müsste: ein leben, in dem ich seit weit über einem jahrzehnt keine partnerschaft erlebe, in dem sexualität ein organisatorischer aufwand mit zum teil großen demütigungen ist (wer grindr nutzt, weiß, was ich meine), in dem es wenig anker und viel meer gibt. ich habe immer gedacht, dass ich so schlecht nicht sein könnte, dass sich vielleicht auch jemand für mich, als mensch, interessieren könnte. sich nach mir sehnen würde. sich auf mich freuen würde. scheinbar bin ich nicht wertvoll genug, um das zu sein.

 

die schwule wunde

in etwa heute vor 27 jahren habe ich das erste mal einem anderen menschen erzählt, dass ich glaube, dass ich auf – damals noch – jungs stehe. es war eine schwierige situation, eine komplizierte zeit. damals war mir noch nicht klar, welche konsequenzen diese einsicht für mein weiteres leben haben würde. sie hatte immense konsequenzen. aus der tatsache, schwul zu sein, sind zentrale biografische entscheidungen und extrem bedeutsame einsichten in meinem leben entstanden. meine sicht auf die und mein nachdenken über die welt ist fundamental geprägt von der erkenntnis, dass eine eigenschaft, die als abweichung von der “normalität” wahrgenommen wird, zu sozialer ungleichbehandlung führt.

diese ungleichbehandlung habe ich sattsam in meinem leben erfahren, sowohl durch meine markierung als schwuler mann in einer heternormativen gesellschaft aber auch im kontext der schwulen gemeinschaft dadurch, dass ich niemals den dort herrschenden schönheitsidealen entsprach. ich weiß, was körperliche gewalt gegen schwule durch nazis bedeutet, wie ich mobbing und ausschluss anfühlt und wie es ist, wenn man immer wieder auf neue damit umgehen muss, seine eigene positionierung als schwul zu markieren und sich damit verletzlich und angreifbar zu machen. ich weiß, was es heißt, auf parties der zu sein, der alleine nach hause geht (das war nie anders), der im internet keine sexdates findet und der immer als “guter freund” aber nie als jemand, der als erotisch oder emotional attraktiv gesehen wird. ich habe, obwohl ich immer ein sehr sozialer und kommunikativer mensch war und bin, freunde verloren, als ich in phasen gekommen bin, in denen es mir schlecht ging. scheinbar bin ich für viele nur wertvoll, wenn ich nützlich bin, nicht aber, wenn ich selber subvention brauche, wenn es mir nicht gut geht. das hat mich sehr verletzt und vielleicht auch vorsichtiger werden lassen.

ich erlebe selten, eigentlich fast nie, dass ein anderer mann emotionales, erotisches und/oder sexuelles interesse an mir artikuliert. oft ist das gegenteil der fall. in den “dating”apps werde ich häufig beleidigt. mein bmi liegt mit irgendwas zwischen 27 und 28 vermutlich schon zu weit über dem, was als akzeptabel gilt. an so was wie geistige verbundenheit, gemeinsame interessen, geteilte werte und inhalte mag ich inzwischen nicht mehr glauben. das, was ich mir damals vor 27 jahren vorgestellt habe, als ich das erste mal darüber sprach, dass ich schwul bin, war wohl eher naiv. ich dachte: ich lerne irgendwann jemanden kennen, wir verlieben uns und beginnen etwas gemeinsames zu entwickeln. eine lebensperspektive. eine beziehung. etwas, das trägt und auch konflikte, stürme und veränderungen aushält. etwas, in dem auch für mich momente des ausruhens, eine schulter zum ab und zu mal anlehnen vorhanden wären. es ist nie passiert. das mit der schulter kann ich gut für andere. ich unterstütze bis heute immer wieder junge lgbttiq-leute, wenn sie im coming-out unterwegs sind. ich bin ansprechbar für menschen, die mir nahe stehen. ich versuche das, was ich wertvoll in der welt finde, zu leben, auch wenn es mich oft sehr viel zeit und energie kostet. meine akkus scheinen dabei selten eine rolle zu spielen.

meine schwule wunde. das erleben, immer wieder nicht nur nicht wahrgenommen, sondern deutlich abgelehnt zu werden. als ganzer mensch vollkommen bedeutungslos zu sein. und damit letztlich ein leben zu führen, das ich nie wollte, mit viel einsamkeit und tränen im kopfkissen anstatt gemeinsam erlebten momenten und geteilter freude. ob es sich dafür wirklich lohnt?

 

wenn ich sex haben möchte, ist das ein schwieriges unterfangen. orte wie schwule saunen und cruising im park entsprechen mir nicht, so dass mir entweder die einschlägigen tanzveranstaltungen oder die diversen onlineplattformen bleiben. ersteres ist, wenn man nicht gerade auf leder und bären steht, für jemand über 25 (und damit meine ich alter und/oder bmi) aussichtslos. man kann sich natürlich bis zum schluss auf so einer party aufhalten und hoffen, dass man als restefick herhalten kann, dazu muss man aber auch viel von der eigenen würde verloren haben. und zeit haben auch.

bei gayromeo und konsorten braucht man vor allem drei sachen: geduld, ausnehmend gute nerven und kaltschnäuzigkeit (es gilt dabei auch wieder die einschränkung mit alter und bmi. ein freund von mir ist 22, blond und schlank und hatte in den letzten drei tagen mehr sexuelle kontakte als ich in den letzten zwei jahren).

grindr ist eigentlich einfach: man muss auf jeden fall mindestens fünf komplettnacktbilder mit pimmel drauf haben, um überhaupt irgendwie als potentieller fuckbuddy interessant zu sein. kennenlernen und reden lieber nicht. auch ist wichtig, dass man neben muskeln (viel) und körperfett (wenig) über eine überdurchschnittliche genitale ausstattung verfügt. natürlich muss man immer bereit sein und alle positionen und spielarten wie aus dem ff beherrschen und toll finden. das sind die mindeststandards, die es zu erfüllen gilt, um überhaupt mitspielen zu dürfen.

gayromeo ist so ähnlich, nur mit ein bisschen mehr drumherum. auch hier gilt es offensichtlich, seine fuckability im vorfeld zu beweisen. dass sex etwas ist, dass zwischen menschen entsteht, in situationen, die mit diesen menschen zu tun haben, scheint entweder eine besonders perverse orientierung zu sein, die neben mir nur sehr wenig menschen spannend finden oder das portal gibt es nicht her. auf jeden fall verbraucht man unglaublich viel zeit, muss sich mit viel unzuverlässigkeit und hierarchischer und schlechter kommunikation auseinandersetzen und es läuft am ende – bei vielen, nehme ich an, nichts.

freunde* von mir sagen mir an der stelle immer gern, dass ich die falsche einstellung habe. ich solle doch entspannt damit umgehen, keinen sex und seit 14 jahren keine bezienung zu haben. andere hätten das auch und denen würde es nicht so schlecht damit gehen, was ja der beweis dafür ist, dass es natürlich nur an meiner einstellung liegt, dass es mir nicht gut geht. da mag was dran sein und ich teile diese haltung für viele andere lebensbereiche. wenn jemand anders statt meiner einen job kriegt, wenn ich nicht die ergebnisse beim sport oder in einem test erziele, dann ist es vielleicht wirklich sinnvoll, an der haltung zu arbeiten. wenn es aber um ein grundbedürfnis – sexualität, körperliche nähe, seelische nähe, zugehörigkeit – geht, dann kriegt das schnell eine problematische perspektive. und es tut mir weh, weil ich in den momenten, in denen ich darüber rede, meistens eher unterstützung brauchen würde und nicht härte. dass so eine perspektive in der regel von menschen eingenommen wird, die selber in einer beziehung sind, die sexuelle kontakte haben, liegt auf der hand.

die frage ist, was zu tun wäre. so habe ich mir mein leben nicht vorgestellt. und so will ich es auch nicht leben. ich will nicht immer allein sein, immer hoffen müssen, dass sich vielleicht mal einer findet, der ausnahmsweise bock auf sex mit mir hat (wie gnädig! danke!). ich möchte auch gern mit jemandem zusammen sein, etwas schaffen, zukunft gestalten und nähe spüren.

aber: wenn es so weiter geht, dann wird es wohl nie passieren.